Ali Bumaye Vermögen: Der Berliner Rapper, der alle im Ungewissen ließ

Ali Bumaye Vermoge

Es ist fast schon absichtlich schwierig, Ali Bumayes finanzielle Spuren nachzuvollziehen. Im Gegensatz zu vielen seiner Zeitgenossen in der deutschen Rap-Szene, die mit Modekollektionen und Villen-Touren ihren Reichtum zur Schau stellen, strahlt Bumaye seit jeher eine angenehme Mehrdeutigkeit aus.

Fragt man herum, sind die Zahlen, die man online findet, völlig widersprüchlich. Einer Website zufolge beträgt sein Vermögen nur 12.000 Euro. Eine andere gibt an, er liege bei fast 20 Millionen Euro. Es ist möglich, dass keine der beiden Angaben stimmt aber es kann auch nicht sein, dass beide richtig sind. Für sich genommen ergibt das, was bekannt ist, jedoch ein faszinierendes Bild.

Bumaye, der 1985 in West-Berlin als Ali Alulu Abdul-razzak geboren wurde, wuchs als eines von zehn Kindern in einer Familie mit palästinensischen Wurzeln in Neukën auf, einem der komplexeren Stadtteile Berlins.

Er arbeitete als Koch, in einem Möbelgeschäft und schließlich als Sicherheitsmann im Umfeld von Bushido, dem Rapper, der ihm den Einstieg in das Geschäft ermöglichte, noch bevor er auch nur in die Nähe eines Aufnahmestudios kam. Dieser Werdegang ist auf subtile Weise aufschlussreich. Viele Berliner Rap-Geschichten beginnen in Studios oder an Straßenecken. Er begann in einer Küche.

Der Sprechchor “Ali, boma ye”, den zairische Fans 1974 beim “Rumble in the Jungle” Muhammad Ali entgegenriefen, inspirierte ihn zu seinem Künstlernamen. Für jemanden, der sich eher als Entertainer denn als Straßenrapper versteht, ist das eine seltsame, fast schon poetische Entscheidung. Diese Unterscheidung ist wichtiger, als es zunächst scheinen mag. Bumaye setzte auf Humor und Persönlichkeit in einem Genre, in dem oft gerade die Härte als Maßstab für Authentizität gilt. Für einige Jahre Mitte der 2010er bot ihm dies einen Weg, der greifbare Erfolge einbrachte.

Im Jahr 2015 erreichte sein Debütalbum “Fette Unterhaltung” Platz sechs der deutschen Albumcharts. Ein Jahr später stieg “Rumble in the Jungle” in Deutschland auf Platz vier, in Österreich auf Platz drei und in der Schweiz auf Platz vier was zeigt, wie sehr ihm diese Anspielung gefiel. Das sind wirklich starke Chartplatzierungen für einen Rapper, der nicht so bekannt ist wie ein Bushido oder Capital Bra.

Shindys Song “Sex ohne Grund” schaffte es in die Charts. Das waren keine Einzelfälle. Es waren Zahlen, die durch Albumverkäufe, Streaming-Tantiemen, Gagen für Live-Auftritte und Verlagsrechte über die deutsche Musikverwertungsgesellschaft GEMA erhebliche Einnahmen generierten.

Nach 2016 verlangsamte sich das Veröffentlichungstempo. Ein drittes großes Album kam zwar nie wirklich zustande, doch er blieb weiterhin auf YouTube und anderen Online-Plattformen aktiv, wo sein Kanal über 96.000 Abonnenten und mehr als zehn Millionen Aufrufe verzeichnete. Es ist nach wie vor unklar, ob dies eine bewusste Änderung seines Ansatzes darstellt oder lediglich das unregelmäßige Tempo einer Musikkarriere, die ihrem eigenen Zeitplan folgt und nicht dem eines anderen.

Um ehrlich zu sein, kennt außer seinem Steuerberater niemand sein Vermögen. Portale, die sich mit dem Vermögen von Prominenten befassen, greifen häufig auf die Schätzungen anderer zurück und blähen die Zahlen auf oder schmälern sie, ohne ihre Methodik offenzulegen.

Bumayes Einnahmen stammen aus einer Reihe sich überschneidender Quellen, darunter seine beiden kommerziell erfolgreichen Alben, Streaming-Einnahmen, Live-Auftritte während seiner Blütezeit, Tantiemen für Songwriting sowie die monatlichen Werbeeinnahmen von YouTube die angesichts der Tarife der Plattform wahrscheinlich bescheidener ausfallen, als die Abonnentenzahl vermuten lässt.

Es ist schwer zu übersehen, wie sehr seine Geschichte dem gängigen Narrativ über Reichtum im Rap widerspricht. Er hat sich nicht aus der Armut zu offensichtlicher Extravaganz hochgearbeitet. Langsam und still hat er den Übergang vom Sicherheitsdienst und vom Kochen zu einer Karriere geschafft, die ihm zwei Top-5-Alben und eine treue Fangemeinde bescherte. Von außen lässt sich wirklich unmöglich sagen, ob das nun 12.000 Euro oder 2 Millionen Euro sind, die irgendwo liegen.

Wenn man sich diesen Bereich ansieht, gewinnt man den Eindruck, dass auch Ali Bumaye nicht sonderlich daran interessiert ist, das Rätsel zu lösen. Sein Schweigen zu diesem Thema wirkt fast schon wie eine Aussage für sich in einer Musikbranche, die zunehmend auf finanzieller Transparenz und persönlichem Branding als Inhalt basiert.