Andreas Macherey Vermögen: Der Mann, der seine Träume vom Gold in Millionen verwandelte

Andreas Macherey

Die Geschichte von Andreas Macherey hat fast schon filmreife Züge. Ein Landwirt, Hobbybrauer, Naturfilmer und selbsternannter Wanderer aus der Eifel findet sich irgendwie im australischen Fernsehen wieder knietief in einer Goldmine stehend während er gleichzeitig eines der heimlich wohlhabendsten Reiseunternehmen Deutschlands leitet.

Das klingt wie eine erfundene Figur. Die Zahlen sind zumindest teilweise zutreffend. Je nach Quelle schwankt Machereys geschätztes Vermögen zwischen 5 Millionen und 8,5 Millionen Euro. Dieser Mann hat keine makellose, unternehmensmäßige Papierspur hinterlassen, wie seine Bandbreite zeigt. Anstatt eines einzigen spektakulären Ausstiegs scheint sein Vermögen durch vielschichtige, sich überschneidende Unternehmungen angehäuft worden zu sein.

Boomerang Reisen, das Fernreiseunternehmen, das er vor etwa dreißig Jahren gründete, diente dabei als Fundament. Was als auf Australien ausgerichtetes Nischengeschäft begann, entwickelte sich schließlich zu einer allgemeineren Marke für Abenteuer- und Spezialreisen. Macherey führte das Unternehmen achtzehn Jahre lang allein. Das Geschäft expandierte auf mehr als zwanzig Standorte in Deutschland, Österreich und der Schweiz; es war keineswegs ein kleines Unternehmen.

Er verkaufte es 2015 an TUI. TUI fusionierte Boomerang daraufhin mit Berge & Meer und verkaufte beide Unternehmen 2019 für geschätzte 100 Millionen Euro an die Hamburger Investmentgruppe Genui. Obwohl genaue Zahlen zu Machereys persönlichem Gewinn aus dieser Reihe von Transaktionen nie veröffentlicht wurden, ist es schwer zu glauben, dass der Gründer mit leeren Händen dastand.

Abgesehen vom Geld ist es das, was danach geschah, das seine Geschichte so faszinierend macht. Die meisten Unternehmer, die ihre Firmen verkaufen und mehrere Millionen Euro einnehmen, investieren in der Regel auf vorhersehbare Weise, etwa indem sie in dem einen oder anderen Vorstand sitzen. Macherey tat nichts dergleichen.

Seit 2013 ist er in der Sendung “Goldrausch in Australien” auf DMAX, dem deutschen Abenteuer und Entdeckungskanal, zu sehen. Er unternahm mehr als hundert Drehreisen nach Australien mit seinem Freund Matthew Vaughan, einem professionellen Goldschürfer, der in der Palmer-River-Region in Queensland Schürfrechte bewirtschaftet. Die Sendung mag als Medienstrategie für Boomerang begonnen haben. Es wirkt jedoch auch sehr persönlich, wenn Macherey über diese Expeditionen spricht.

Zwischen 2013 und 2025 lief die Sendung über sieben Staffeln; es handelte sich nicht bloß um Eitelkeitsfernsehen. Die Muttergesellschaft von DMAX, Warner Bros. Discovery, unterstützte Machereys geschäftliche Unternehmungen mit Werbespots und einer digitalen Reichweite, mit der kaum ein unabhängiges Reisebüro mithalten könnte. Die Sendung läuft nach der Trennung von Macherey und Vaughan im Oktober 2025 unter dem Titel “Goldrausch: Macherey & Sơne” weiter, was darauf hindeutet, dass die Marke über eine einzelne Freundschaft hinausgewachsen ist.

Vor kurzem gründete Macherey gemeinsam mit Boomerang Reisen, dem österreichischen Luxusreiseexperten Buccara Kreios und einem in Luxemburg ansässigen Softwareentwicklungsunternehmen, an dem er angeblich Anteile hält, Go2Places Travel, ein brandneues Abenteuerreiseunternehmen.

Das neue Unternehmen konzentriert sich auf Erlebnisse, die derzeit auf dem Mainstream-Markt nicht verfügbar sind: Wildnis-Expeditionen in Kanada, Zugang zu privaten Goldschürfrechten in Australien sowie Wildcamping über persönliche Netzwerke afrikanischer Farmen in Namibia und Südafrika. Es handelt sich um eine Weiterführung eines Themas, mit dem er sich seit dreißig Jahren beschäftigt.

Inwieweit sein persönliches Vermögen an seine aktuellen Unternehmungen gebunden ist und wie viel davon liquide ist, ist noch unbekannt. Anstatt Bargeld zu horten, reinvestieren Unternehmer wie Macherey in der Regel. Laut seiner Frau Anna, die als Immobilienberaterin tätig ist, ist der Haushalt nicht vollständig von einer einzigen Einkommensquelle abhängig.

Es ist offensichtlich, dass Andreas Macherey Jahrzehnte damit verbracht hat, etwas aufzubauen, womit die meisten Menschen in der Reisebranche nicht vollständig gerechnet hatten. Er erkannte eine Lücke im Markt für Fernabenteuerreisen in Deutschland, die größere, risikoscheue Anbieter übersehen hatten. Dieser Instinkt zeigt eine Beständigkeit, die nicht zufällig zu sein scheint zunächst bei Boomerang, dann im Fernsehen und nun bei Go2Places. Die faszinierendere Zahl ist vielleicht die, die noch berechnet wird, unabhängig davon, ob sein Nettovermögen eher bei fünf Millionen oder bei achteinhalb Millionen liegt.